Archiv für Innenleben

nach dem Studium ist vor dem Studium; vom Bachelor in den Master

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Ich habe eine Reise gemacht diesen Sommer. Ich habe mich in ein Korsett geschnürt und acht Wochen lang das viktorianische England erkundet. Seit Ende letzter Woche bin ich nun wieder zurück im herbstlich-kalten Berlin und muss mich erstmal wieder einfinden in den Irrungen und Wirrungen der Postmoderne. ;-) Das geht glücklicherweise ganz gut Dank der vielen Termine und Einladungen, die ich gerade habe, andererseits bin ich aber auch irgendwie urlaubsreif… Da wegen des Master-Studiums, das ich am 12.10. begonnen habe, im Moment allerdings kein richtiger Urlaub möglich ist, hoffe ich, zwischendurch im Alltag ein bisschen Entspannung zu finden. Das erleichternde Gefühl, meine Abschlussarbeit hinter mir zu haben, hilft mir auf jeden Fall dabei. Während der Arbeit waren Treffen mit Freunden (auch wenn es, zeitlich bedingt, nicht so viele waren) und Musik nicht nur eine wohltuende Abwechslung, sondern auch Unterstützung. Die Songs von Simon & Garfunkel, die mich, im wahrsten Sinne des Wortes, schon mein ganzes Leben lang begleiten (meine Mutter hatte sie während ihrer Schwangerschaft regelmäßig gehört), waren auch diesmal wieder besonders hilfreich. Nicht zu vergessen natürlich auch Neil Tennant, der nicht nur als Lesezeichen (siehe oben) gute Dienste geleistet hat *schmunzel*, sondern mich immer wieder inspiriert und mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

nadsab

Yours nadsab am/im Schlachtensee am Rande des Grunewalds; aufgenommen von Susi am 1. September 2009. Die Textzeilen auf dem Foto sind aus „Bridge Over Troubled Water“ von Simon & Garfunkel.

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strawberries, cherries and an angel’s kiss in spring… my summer wine is really made from all these things

nadsab

… and afterwards we drop into a quiet little place and have a drink or two, and then I go and spoil it all by saying something stupid like – I love you

nadsab

I can see it in your eyes that you despise the same old lies you heard the night before, and though it’s just a line to you, for me it’s true, it never seemed so right before

nadsab

I practice every day to find some clever lines to say, to make the meaning come through, but then I think I’ll wait until the evening gets late and I’m alone with you

nadsab

The time is right, your perfume fills my head, the stars get red and, oh, the night’s so blue, and then I go and spoil it all by saying something stupid like – I love you

©  lyrics taken from Summer Wine by Lee Hazlewood, 1967, and Somethin’ Stupid by C. Carson Parks, 1967

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„lieber spät als nie“

Nach einer gelungenen und erfolgreichen Woche, in der ich schöne, entspannte Stunden mit Freunden verbracht habe (u.a. letzten Freitag mit Yvonne, Micha und dem kleinen Max in Prenzlauer Berg, Sonntag mit den „Neu-Berlinern“ bei Tobi mit anschließendem „Chillen“ ;-) im Stadtpark Steglitz, Donnerstagabend mit Tobi im Sagano am Olivaerplatz und zahlreichen Gesprächen, darunter ein 5-Stunden-Telefonat – ich glaube, das ist Rekord *zwinker* – mit Susi, die nach ihrem Irland-Trip wieder gut in Berlin gelandet ist) und organisatorisch viel an der Uni erledigen konnte (Besprechung des Themas meiner Abschlussarbeit mit der Professorin und jede Menge Formalitäten) feiere ich heute ein kleines Jubiläum. Am Abend des 11. Juli 2008 ist mir völlig unerwartet etwas sehr Schönes passiert, das mir im letzten Jahr viel Freude bereitet und mein Leben bereichert hat.

Es war ein Freitagabend, kurz vor meiner Klausurphase (Sommersemester 2008). Ich hatte ein entspanntes Wochenende geplant: Freitag ein gemütlicher Abend zu Hause, Samstag mit Silvio ins Liquidrom, Sonntag lernen. An besagtem Freitag blieb ich also zu Hause. Ich surfte ein bisschen im Netz, während im Hintergrund der Fernseher lief. Die „Ultimative Chartshow“ auf halber Lautstärke. Ich weiß gar nicht mehr, was genau ich mir im Netz angeschaut hatte, ich war irgendwie gedankenversunken, als ich plötzlich mir angenehm vertraute Klänge vernahm: You were always on my mind, you were always on my mindIt’s a sin! – Mit einem spontanen Lächeln drehte ich mich um und begegnete einem Pop-Duo meiner Kindheit und Jugendzeit, dessen Sound ich immer gemocht hatte. Pet Shop Boys, na klar… !

Irgendwie war ich mit einem Schlag richtig happy und hatte große Lust, die beiden – nach langer Zeit – mal wieder zu hören. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt, also Juli 2008, noch nicht einmal wusste, ob die Pet Shop Boys noch aktiv waren. Also, schnell bei Google eingegeben, und siehe da: ja! Auf YouTube gab ich dann ebenfalls „Pet Shop Boys“ ein – und entdeckte die mir vertrauten Lieder – und darüber hinaus eine Fülle an Songs, die mir bis dato noch völlig unbekannt waren. Während ich mich so durch die Videos klickte, merkte ich, wie meine Begeisterung immer größer wurde und dass an diesem Abend etwas sehr Schönes und Besonderes beginnen sollte. Ich hörte einige Songs in Endlosschleife, und beim Video zu It’s A Sin wurde mir auf einmal bewusst, dass der Sänger dieser Pet Shop Boys doch irgendwie ganz passabel aussieht… ;-) Vorher war er mir eigentlich nur als Stimme bekannt gewesen (oder kostümiert, wie z.B. im Clip zu New York City Boy, oder visuell nicht sehr präsent, wie z.B. im Clip zu Se A Vida É). Alte, schöne Erinnerungen kamen auf – und zugleich war da auch etwas vollkommen Neues. Ich hatte das Gefühl, dass ich die Pet Shop Boys, die ich eigentlich „schon immer“ kannte und mochte, nicht nur wieder-, sondern vor allem auch ganz NEU entdecken würde. Mir wurde nach und nach klar, wie sehr ich sie in all den Jahren unterschätzt bzw. auch die (Vor-)Urteile anderer Leute im Kopf gehabt hatte.

Dabei begann doch eigentlich alles bereits 1993, als Go West rauskam, und ich mich beim ersten Hören dieses Songs gleich in Neil Tennants Stimme verliebt hatte. Ich weiß noch genau, wie ich mich im zarten Alter von 8 Jahren geärgert hatte, als Stefan Raab in seiner Sendung VIVASION mal über die Jungs gelästert hatte. *schmunzel* Dass ich davon getroffen war (und mich immer noch daran erinnern kann), zeigt, dass ich sie schon damals ins Herz geschlossen hatte. Drei Jahre später, im Sommer 1996, war ich von Se A Vida É begeistert gewesen. Ich meine, dass ich mir damals die Maxi-CD kaufen wollte, sie aber nicht gefunden hatte (war wahrscheinlich noch vor der Veröffentlichung gewesen). Einige Jahre später stand ich dann wieder im Media Markt und wollte mir ein BEST OF-Album der beiden holen, um sie besser kennenzulernen. Leider war zu diesem Zeitpunkt – irgendwann zwischen den Alben Nightlife (1999) und Release (2002) – die CD Pop Art – The Hits noch nicht draußen gewesen, und so stand ich da, längere Zeit, schaute mir die Alben an – ich weiß lustigerweise noch ganz genau, welche ich in der Hand hatte, und wie ich mich wunderte, warum auf diesem bunten Album mit dem ungewöhnlichen Namen Introspective nur sechs Lieder drauf waren ;-) – und entschied mich dann doch gegen einen Kauf, was ich inzwischen natürlich bereue. LEIDER hatte ich sie danach wieder aus den Augen verloren – bis zum besagten 11. Juli 2008.

Seitdem habe ich mich, wie allgemein bekannt sein dürfte, recht intensiv (exzessiv? ;-)) mit ihnen beschäftigt und unheimlich viel „nachgeholt“, so dass ich heute sagen kann: lieber spät als nie (= kleiner Trost). Ich bin unheimlich froh, sie für mich als Gesamtkunstwerk entdeckt zu haben. Was genau sie für mich ausmachen, werde ich bei Gelegenheit mal genauer beschreiben. Dass ich sie inzwischen sogar persönlich treffen und bisher dreimal live im Konzert erleben konnte, hätte ich mir im letzten Jahr jedenfalls noch gar nicht träumen lassen.

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alles neu macht der Mai

Wahnsinn, es ist schon Mai… Dieses Jahr scheint für viele Menschen, die ich kenne, ein Jahr der Veränderungen zu sein oder zu werden. Ich persönlich habe in den letzten Monaten auch einige wichtige Erfahrungen gemacht und neue Erkenntnisse gewonnen. Ich starte mit einem Gefühl von Aufbruch und Neugier in den sogenannten Wonnemonat und bin gespannt, was sich in den kommenden Wochen und Monaten noch so alles ergeben wird. Auch hier auf dem Blog wird es einige Veränderungen geben. Vielleicht geht mindflow in eine persönliche Homepage über, mal sehen.

Meinen Geburtstag, der in diesem Jahr ungünstigerweise auf einen Montag fiel, habe ich, weil ich am Tag selbst etwas machen wollte, erst im kleineren Kreise bei mir zu Hause gefeiert; abends ging es dann nach Prenzlauer Berg in die Pappelallee ins Restaurant Gallia. Da es angenehm warm war, konnten wir noch lange draußen sitzen, bis ca. halb elf. Auch wenn wegen des Wochentags – und bei einigen auch aus gesundheitlichen Gründen – leider nicht alle, die ich gerne dabei gehabt hätte, kommen konnten, war es ein gelungener Tag. Außerdem konnte ich mich diesmal, weil wir zu zehnt waren, auch allen Gästen viel mehr widmen als während der zwei größeren Parties 2007 und 2008.

Am Tag darauf war ich mit Silvio bei Judith im Studentenwohnhein auf einem kleinen Grillfest. Das Wohnheim liegt mitten im Grünen unweit vom Teufelsberg und hat quasi einen eigenen Grillplatz mit Tischen und Bänken. Sehr praktisch. So braucht man nicht in irgendeinem Park „schwarz“ zu grillen und ist ungestört.

Den „berühmt-berüchtigten“ 1. Mai habe ich mit Susi, Sora und Florence (und zwei Kumpels von ihr) in Kreuzberg verbracht… und überlebt. ;-) Da die Straßen rund um den Kotti relativ weiträumig abgesperrt waren und dadurch auch keine Busse mehr fuhren, sind wir am Nachmittag noch ein ganzes Stück durch die sonnige Stadt gelaufen, um uns dann im Kirk Royal am Landwehrkanal erstmal ein bisschen zu stärken. Anschließend ging es mitten rein ins Getümmel; das Straßenfest war in vollem Gange. Bunt und laut. Unmengen von Bierflaschen auf der Straße und ab und zu ein paar Steine. (Das ist übrigens weder zynisch gemeint noch verharmlosend, sondern vielmehr eine Beobachtung). Die Atmosphäre, diese ganz spezielle Mischung aus Party und Demo, und die Menschen dort muss man, insbesondere als Berliner, am besten mal selbst erlebt haben. Bevor es in der Nacht an einigen Ecken brenzlig wurde, haben wir uns wieder auf den Weg Richtung Charlottenburg-Wilmersdorf gemacht. Hier wohne ich am liebsten, wobei ich die Vielfalt der ganzen Stadt liebe und brauche.

Der Samstag verlief zum Ausgleich etwas weniger aufregend mit einem kleinen Mädelsabend mit Susi und Florence, erst bei mir zu Hause, später noch in einer Cocktailbar mit „Sandboden“ (=> herrliche gefakte Strand-Atmosphäre *grins*) bei mir in der Nähe.

Ansonsten habe ich noch Sven getroffen (lieben Dank nochmal für das Buch und das Auswechseln der Birne im Bad! ;-), morgen Abend treffe ich Martin aus dem Pet Shop Boys-Forum, der ein paar Tage in Berlin ist, und kümmere mich darüber hinaus natürlich um den Abschluss meines Bachelor-Studiums.

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zurück in Berlin

Berlin hat mich wieder! ;-) Nachdem ich zwei schöne Wochen bei meiner Familie in Frankfurt verbracht habe, bin ich seit Mittwoch wieder in der Hauptstadt, die in den vier Jahren, die ich nun schon hier lebe, längst sowas wie ein zweites Zuhause für mich geworden ist. Aus diesem Grund – und auch, weil mich Susi so lieb am Bahnhof empfangen hat und wir anschließend gleich in meiner Stamm-Cocktailbar waren – fällt mir das Ankommen gar nicht mehr schwer; das Gefühl, sich erst wieder ein Stück weit einleben zu müssen, das ich gerade in der Anfangszeit öfters hatte, ist verschwunden. Man könnte fast sagen, dass aus dem Ankommen ein Zurückkommen geworden ist, auch wenn ich natürlich meine Eltern (und einige alte Schulfreunde) lieber hier hätte… aber das ist okay. Ich meine, wann ist schon alles optimal? Und wäre das nicht langweilig? Im Moment bewegt sich jedenfalls alles (weiterhin) in eine gute Richtung. Meinem Bachelor-Studium wird ein Master-Studium folgen, und auch privat kann ich derzeit alles andere als klagen… und wer weiß, vielleicht geht ja – darüber hinaus – auch noch der ein oder andere Wunsch in Erfüllung. Jemand sagte mal zu mir: Träume sind dazu da, um erfüllt zu werden. Das mag vielleicht platt klingen, ist aber gar nicht so doof, da es Einem bewusst macht, dass Träume nicht zwangsläufig Träume bleiben müssen, sondern sehr wohl die Möglichkeit besteht, diese in die Realität umzusetzen. Soo, jetzt aber genug geblubbert, was? Wenn ich eh keine konkreten Beispiele hier anführe… ;-) Ist einfach schwierig – in der Öffentlichkeit des www. Muss mal schauen, wie ich mindflow in Zukunft weiterführen möchte/werde.

Am Tag nach meiner Ankunft habe ich mich mit Julia getroffen und heute (Freitag) einen tollen Abend mit den (inzwischen nicht mehr ganz so-)Neu-Berlinern bei Tobi verbracht. Hat sehr viel Spaß gemacht! Bin übrigens gerade nach Hause gekommen, und weil ich, wenn ich unterwegs war, bekanntlich nie direkt ins Bett gehen kann, ist dieser Beitrag hier entstanden. Dieses Wochenende werde ich meine letzten Tage als 23-Jährige genießen… ;-)

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sunny times

Here comes the sun, here comes the sun,
and I say: it’s alright

(aus: Here Comes The Sun, Harrison, 1969)

Ich wollte eigentlich schon viel eher gebloggt haben (wie immer…), doch dafür kann ich jetzt wenigstens die Gelegenheit nutzen, euch mit diesem Eintrag frohe Ostern zu wünschen. Ich hoffe, ihr habt eine schöne und erholsame Zeit! Ich verbringe die Feiertage in Frankfurt bei meinen Eltern. Das Wetter ist traumhaft (und das, welch stimmiger Zufall, schon seit dem 31. März, meinem Glückstag in Potsdam). Nachdem die letzten Tage vollgepackt und ausgesprochen erlebnisreich waren, komme ich jetzt endlich mal dazu, ein bisschen zu entspannen – wobei ich im Grunde, das wird mir immer wieder bewusst, einen vollen Terminkalender brauche… Ich bin irgendwie gerne am „Rumwuseln“ und genieße die Abwechslung, vor allem, wenn sie sich, wie das in den letzten zwei Wochen der Fall war, von ihrer schönsten Seite zeigt: Am Dienstag, 31.3., das Treffen mit den Pet Shop Boys, am Donnerstag, 2.4., dann mein 4-jähriges Berlin-Jubiläum (ein ebenfalls wunderschöner und besonderer Tag für mich, den ich mit einer Person verbracht habe, die an meinem Umzug in die Hauptstadt nicht ganz unbeteiligt war), den Freitagabend mit Susi verbracht (wie immer toll), am Samstag auf Yvonnes „Baby-Party“ gewesen (mein zeitweise doch sehr in den Hintergrund gerückter Kinderwunsch wurde durch den neuen Erdenbürger Max wieder größer), am Montag mit meinem „fellow lucky one“ in Sachen PSB auf das Treffen mit den Junx angestoßen, lecker gegessen und bei warmem Frühlingswetter durch Prenzlauer Berg spaziert, am Mittwoch zu meinen Eltern gefahren und gestern, am Samstag, einen super Tag – von 14 bis 2 Uhr – mit Felix hier in Frankfurt verbracht (inkl. Äbbelwoi-Trinken am Römerberg, Sonnenbaden am Main-Ufer, einer ausgedehnten Tour quer durch die nächtliche Stadt und dem gemeinsamen Lauschen der Klänge von Tennant und Lowe: „Liberation“ nachts im Park zwischen Wolkenkratzern und der Alten Oper – traumhaft schön). Mir geht es einfach richtig gut gerade. Ich freue mich und bin zugleich sehr dankbar dafür.

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mit den Pet Shop Boys in Potsdam…

All I want is what you want
I’m always waiting for a red letter day
Like Christmas morning, when you’re a kid
Admit you love me and you always did
Baby, I’m hoping for that red letter day – today

(aus: A Red Letter Day, Tennant/Lowe, 1996)

… oder: Wie ein Traum wahr wurde und es uns mit jeder Menge Herzklopfen – nach einer nervenaufreibenden Odyssee vom Berliner radioeins-Studio nach Potsdam-Babelsberg via S-Bahn, Trampen, Beine in die Hand nehmen und… Rennen! – gerade noch rechtzeitig gelang, Neil Tennant und Chris Lowe als zwei sympathische und normal gebliebene Menschen live und in Farbe zu erleben.

Chris Lowe, Steven, eure verrückte Bloggerin, Neil Tennant, Michael

Hui, ich weiß gar nicht so recht, wie und wo ich anfangen soll… soo viele Eindrücke… und es kommt mir immer noch so unwirklich vor… doch ganz langsam beginne ich zu realisieren, dass das wohl alles passiert ist – und wir sie tatsächlich getroffen haben. Dabei hätte ich mich um ein Haar nicht getraut; zum Einen, weil ich für Herrn Tennant doch noch ein bisschen mehr als bloße Sympathie empfinde (Punkt, Punkt, Punkt, *räusper*), zum Anderen hatte ich die Befürchtung, dass mein Bild von den beiden eventuell negativ mit der Realität kollidieren könnte; und darüber hinaus ist es schlicht und einfach auch unheimlich aufregend, die Mitglieder einer seiner Lieblingsgruppen in natura zu sehen – und wen könnte ich gerade lieber sehen wollen als die beden Junx?! ;-)

Hier ein kleiner Bericht in 7 Szenen mit dem wörtlich zu nehmenden Titel:

I wouldn’t normally do this kind of thing! (Lachen erlaubt und erwünscht)

Szene 1: 30. März, nachmittags. Ich erfahre, dass die Pet Shop Boys am 31. März um 15 Uhr einen Interview-Termin bei radioeins haben. Da ich das Angebot, die beiden am 1. April bei Radio Hamburg zu treffen aus zeitlichen Gründen leider nicht wahrnehmen kann, freue ich mich riesig über die (neue) Gelegenheit, sie hier, in Berliner Gefilden, live erleben zu können, gleichzeitig steigt aber auch meine Aufregung ins Unermessliche. Abends führe ich (bis in die Nacht hinein – hallo Felix! ;-)) mehrere Telefonate mit Freunden, die unisono der Meinung sind, dass ich mich trauen und die Chance wahrnehmen soll: „Du gehst da hin, Nadja! – Du wärst ja bescheuert, wenn nicht…!“

Szene 2: Nach einer nicht sehr schlafreichen Nacht werde ich schon relativ früh durch die herrliche Sonne, die den ganzen Raum mit Licht durchflutet, wach. Ich bin gar nicht mal besonders müde, vielmehr rast mein Herz vor Aufregung. Das Abitur und sämtliche Dates waren nichts dagegen! Ich muss über mich selbst lachen, mache mir englischen Frühstückstee und hüpfe unter die Dusche. Lustigerweise habe ich dabei einen Ohrwurm von „Rehab“ in der Version von Amy Winehouse. Essen, Anziehen und Zurechtmachen laufen wie in einem Film ab. Ich packe schnell meine Sachen zusammen und hoffe, dass ich die beiden, sollte ich sie denn tatsächlich zu Gesicht bekommen, nicht mit meiner großen Kamera verschrecke. Haustür zu, rein in den Bus zum Zoo, dann in die S-Bahn bis zur Friedrichstraße. Dort, so denken wir, werden sie im Berliner radioeins-Studio beim Admiralspalast sein. „Die fahren doch bestimmt nicht extra nach Potsdam…“, ist der allgemeine Tenor.

Szene 3: Ich treffe Steven bei traumhaftem Frühlingswetter vorm Admiralspalast. Es ist ca. 14 Uhr. Also noch genug Zeit, bis die beiden eintrudeln sollten. Wir setzen uns in den Hof, quatschen und halten dabei Ausschau nach den Junx… Die Minuten vergehen, doch statt Neil und Chris sehen wir nur wichtige Mitarbeiter und fotografierende Touristen. Allmählich kommt uns das Ganze komisch vor. „Die werden doch nicht in Potsdam sein?!“ Wir warten noch brav bis 15 Uhr… – nix! Kurz danach erfahren wir schließlich vom Hausmeister, dass das Pet Shop Boys-Interview „natürlich“ im Studio in Potsdam stattfindet. Ach, du Sch…!!! Während Steven nach dieser ärgerlichen Gewissheit der Mut verlässt (=> „Nach Potsdam bis 16 Uhr – das schaffen wir nie!“), packt mich auf einmal, wer hätte das gedacht, der Ehrgeiz. „Auf nach Potsdam, mit der S-Bahn, das schaffen wir!“ Steven ist drauf und dran, nach Hause zu fahren, woraufhin ich ihn einfach rigoros mit zur S-Bahn-Station Friedrichstraße schleife ;-), wo gerade eine S-Bahn Richtung Potsdam einfährt.

Szene 4: „Komm, das schaffen wir!“ Ich stehe mit Herzklopfen in der Tür, während Steven noch schnell einen Fahrschein löst. Nach einer kurzen Verschnaufpause machen wir uns während der Fahrt per Handy im Internet schlau, wo genau das radioeins-Studio in Potsdam ist. Ich rufe noch Andreas an, der uns schon mal den Weg von der Station in Babelsberg aus beschreibt. (Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!) Die Zeit ist zwar knapp, aber das Ganze scheint machbar. Jetzt müssen wir nur noch irgendwie „runterkommen“… Ich hole meinen mp3-Player raus, und wir hören „To face the truth“, einen Song, den Steven immer als beruhigend empfindet. Da mich in diesem Moment allerdings der Text stört – „It hurts so much to face the truth“ – und der 31. März ja doch noch ein Glückstag werden soll, wechseln wir sinnigerweise zu „A red letter day“, und weil natürlich auch „It’s alright“ ganz passend ist, schieben wir den optimistisch hinterher. Die letzten Stationen (Wannsee usw.) ziehen sich, dafür ist das Wetter draußen seit Langem mal wieder schön, was zur Entspannung beiträgt. Das Gefühl, dass wir doch noch Glück haben könnten, wächst. Wir mampfen ‘ne Banane und schmunzeln über uns selbst.

Szene 5: Potsdam-Babelsberg, endlich sind wir da! Es ist ca. 15:45 Uhr – also noch 15 Minuten, bis die beiden mit dem Interview fertig sind! Wir rasen aus dem S-Bahnhof, ich noch mit der Banane in der Hand. ;-) Das Studio, das sich laut Info auf einem großen Gelände befinden soll (Andreas: „Könnte auch alles abgesperrt sein.“), ist doch weiter weg, als es auf der Karte den Anschein macht. Wir rennen und rennen – allmählich wird es mit den dicken Jacken doch sehr warm – und fragen Passanten nach dem Weg, treffen aber insgesamt auf Ahnungslosigkeit. Die Zeit verrinnt unerbittlich. Kein Taxi weit und breit. „Lass uns’n Auto anhalten und uns von jemandem hinbringen lassen“, keuche ich zu Steven. An einer Kreuzung sprechen wir eine freundlich aussehende Fahrerin an. Steven bietet ihr 20 Euro, wenn sie uns schnell zum Mediengelände bringt. Sie ist einverstanden; wir hüpfen ins Auto: Das Rennen gegen die Zeit beginnt! Ich schaue schon gar nicht mehr auf die Uhr. Alle zusammen achten wir auf die Straßenschilder – und plötzlich die Erleichterung: Marlene-Dietrich-Allee, hier muss es sein! :-) Die Fahrerin lehnt das Geld ab und gibt uns zu verstehen, dass sie sich freue, uns eine Freude gemacht zu haben. Das hat sie in der Tat! „Hoffentlich finden wir das Studio schnell!“ Wir nehmen noch einmal die Beine in die Hand (es ist schon erstaunlich, zu welchen physischen Höchstleistungen man in solchen Situationen fähig ist…) und flitzen zu einem der Eingänge.

Szene 6: Kaum zu glauben, es ist der richtige: radioeins! Und genau davor steht ein dickes schwarzes Auto! „Das sind’se – und sie sind noch da!“ Wir jedenfalls sind völlig aus der Puste von der ganzen Rennerei und leider auch leicht verschwitzt. „Gut, dass ich eben frisch geduscht und mein Midnight Poison aufgetragen habe“, denke ich mir schmunzelnd, während ich meinem trockenen Hals etwas Wasser gönne. Steven holt ein Deo raus (David Beckham, wenn ich mich nicht täusche), und weil sicher eben sicher ist, lasse ich mich auch noch schnell ansprühen. Ist zwar ein Herrenduft, aber sei’s drum. Die beiden wird’s nicht stören… ;-) Ich werfe meine Jacke über einen Pfosten – und auf geht’s Richtung Eingangstür. Ehe wir mit „pethead“ Michael, der ebenfalls auf die beiden wartet, richtig ins Gespräch kommen können, sehe ich schon von Weitem Neil Tennant durch die Glasfenster. Ich klammere mich um Stevens Arm. Mir rutscht das Herz in die Hose!

Szene 7: Es ist soweit (jetzt gibt es kein Zurück mehr): Der „Traum meiner schlaflosen Nächte“ (*zwinker*) kommt durch die Glastür auf uns zu und sagt mit sanfter Stimme: „How are you doing? Isn’t it a lovely day?“ Von nun an läuft für mich alles wie in Trance ab. (Danke daher, Steven, für den genauen Wortlaut – hatte ich nicht mehr im Kopf, weil ich so aufgeregt war. „Great weather!“ kam dann wohl von mir… *lach*) Ich erzähle ihnen von unserer kuriosen Anreise, Neil begutachtet unsere CDs, DVDs und Platten und stellt dabei fest, dass er die „Home and dry“-Vinyl gar nicht besitzt, Chris meint über meine Kamera „looks very professional“, und dann signieren die beiden ruhig und freundlich alles, was wir ihnen hinhalten. Chris wirkt beruhigend auf mich, sehr relaxed. Beide machen einen natürlichen, angenehmen Eindruck. Fast vergesse ich das Erinnerungsfoto. Steven und/oder Chris (Steven, wie war das nochmal genau??) weisen mich darauf hin. Ich drücke dem Fahrer (?) der beiden meine Kamera in die Hand und stehe, ehe ich mich versehe, direkt neben Neil, ganz dicht, schwankend zwischen Euphorie und peinlicher Berührtheit. Der Fahrer-oder-whatsoever fummelt an meiner Kamera rum, während wir alle in der Sonne stehen und auf den *Klick* warten. Die ganze Situation erscheint so unwirklich. Ich spüre meine Hand auf Neils Rücken/Taille, sein Pullover ist Kashmir-zart. ;-) Die beiden müssen los, haben noch einen weiteren Radio-Termin in Berlin-Steglitz bei Thomas Koschwitz. Wir verabschieden uns. Steven sagt noch schnell, dass wir in Berlin beim Konzert dabei sind, und ich rufe, da ich auch das Konzert in London besuchen werde: „CU in London!“

… und so ist doch noch alles gut ausgegangen. Was für ein Tag!

Bekloppt, aber toll. ;-)

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„a red letter day“

Heute war/ist ein absoluter Glückstag…!!!

(Bericht folgt.)

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„live forever, for the moment…“

Ich war heute mal wieder im Café Reza am Nollendorfplatz – das war ein Treffen, das ohne jeden Zweifel in die Kategorie „Abenteuer des Alltags“ passt. Mehr will ich dazu jetzt gar nicht sagen, da es sehr persönlich ist, aber das alles zeigt, dass aus ganz spontanen, teilweise etwas verrückten Aktionen oft ganz besondere Erlebnisse entstehen können, die einem immer im Gedächtnis bleiben werden. Als wir im Dunkeln so durch die Straßen gingen, spielte auch das nass-kalte Wetter gar keine Rolle mehr.

Apropos Wetter: Gestern am Gendarmenmarkt dachte ich noch, der Frühling sei ausgebrochen… War richtig schön! Und ich habe mich nach fast fünf Monaten mal wieder bei mod’s hair verwöhnen lassen: Frische blonde Strähnchen und ein frischer Schnitt bei französischen Chansons und elektronischer Chillout-Musik, dazu Espresso und Modemagazine, die ich übrigens immer nur dort und in dieser Kombination lese durchblättere. Ab und zu ist das einfach mal ganz entspannend.

Ich habe auf jeden Fall, obwohl es irgendwie eine aufregende Zeit ist gerade (für mich wie auch für einige Freunde von mir), ein paar sehr gelungene Tage bzw. Ereignisse hinter mir. Auch in den kommenden Wochen erwartet mich – neben den Endzügen meines Bachelor-Studiums – sehr viel Schönes. Berichte folgen.

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„Lyrische Ergüsse“, die Erste

Lag es an der Whiskey Cola zu später Stunde im Limerick oder an den vielen Gedanken, die zur Zeit wie immer in meinem Kopf herumspuken, dass ich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag nicht schlafen konnte? ;-) Hmm. Jedenfalls habe ich die Zeit produktiv genutzt und mal wieder was geschrieben. Der Text ist sehr schnell und spontan in den frühen Morgenstunden entstanden. Vielleicht werde ich ihn nochmal ändern, aber wahrscheinlich werde ich ihn so lassen – als kleine Momentaufnahme. Habe lustigerweise sogar die nächtliche Bombenevakuierung und den Brand vor meinem Fenster letzten Juli darin verarbeitet. Dennoch sind die Zeilen, die stellenweise vielleicht sehr direkt und autobiografisch erscheinen, in erster Linie im übertragenen Sinne zu verstehen: Es geht hauptsächlich darum, dass bestimmte Ereignisse manchmal allgemeine Veränderungen unterstützen bzw. auslösen können, wenn die Zeit dafür reif ist.

Finally

when I was about to fall
into a summer’s disaster
desperate and desolate
driven out of my home
facing fires on the street
and a war within myself
you suddenly came
as if you’d been sent
an old confidant
from way back then
when I was young
and life was much more simple

fond memories popped up
I didn’t realise what was going on
I was kept in a prison
of thinking and feeling
the strangest things
I could not escape
but I was able to let you in at last
I let it happen – and you stayed
and caught me from falling
bewitched me with your eyes
soothed me with your voice
and freed me with your words

a very release
I was actually pleased
to find myself expressed
like never before
you, so gentle and clever,
both new and familiar,
opened the door for a change
from frustration to confidence
back to enthusiasm and hope
no more false agreements
out of silly convenience
just the people and things that I love

and while some folks may loathe you
I will continue to love you
for all you’ve given me

I’ve found you – finally

© nadsab, Feb. 2009

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