Nach einer gelungenen und erfolgreichen Woche, in der ich schöne, entspannte Stunden mit Freunden verbracht habe (u.a. letzten Freitag mit Yvonne, Micha und dem kleinen Max in Prenzlauer Berg, Sonntag mit den „Neu-Berlinern“ bei Tobi mit anschließendem „Chillen“ ;-) im Stadtpark Steglitz, Donnerstagabend mit Tobi im Sagano am Olivaerplatz und zahlreichen Gesprächen, darunter ein 5-Stunden-Telefonat – ich glaube, das ist Rekord *zwinker* – mit Susi, die nach ihrem Irland-Trip wieder gut in Berlin gelandet ist) und organisatorisch viel an der Uni erledigen konnte (Besprechung des Themas meiner Abschlussarbeit mit der Professorin und jede Menge Formalitäten) feiere ich heute ein kleines Jubiläum. Am Abend des 11. Juli 2008 ist mir völlig unerwartet etwas sehr Schönes passiert, das mir im letzten Jahr viel Freude bereitet und mein Leben bereichert hat.
Es war ein Freitagabend, kurz vor meiner Klausurphase (Sommersemester 2008). Ich hatte ein entspanntes Wochenende geplant: Freitag ein gemütlicher Abend zu Hause, Samstag mit Silvio ins Liquidrom, Sonntag lernen. An besagtem Freitag blieb ich also zu Hause. Ich surfte ein bisschen im Netz, während im Hintergrund der Fernseher lief. Die „Ultimative Chartshow“ auf halber Lautstärke. Ich weiß gar nicht mehr, was genau ich mir im Netz angeschaut hatte, ich war irgendwie gedankenversunken, als ich plötzlich mir angenehm vertraute Klänge vernahm: You were always on my mind, you were always on my mind… It’s a sin! – Mit einem spontanen Lächeln drehte ich mich um und begegnete einem Pop-Duo meiner Kindheit und Jugendzeit, dessen Sound ich immer gemocht hatte. Pet Shop Boys, na klar… !
Irgendwie war ich mit einem Schlag richtig happy und hatte große Lust, die beiden – nach langer Zeit – mal wieder zu hören. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt, also Juli 2008, noch nicht einmal wusste, ob die Pet Shop Boys noch aktiv waren. Also, schnell bei Google eingegeben, und siehe da: ja! Auf YouTube gab ich dann ebenfalls „Pet Shop Boys“ ein – und entdeckte die mir vertrauten Lieder – und darüber hinaus eine Fülle an Songs, die mir bis dato noch völlig unbekannt waren. Während ich mich so durch die Videos klickte, merkte ich, wie meine Begeisterung immer größer wurde und dass an diesem Abend etwas sehr Schönes und Besonderes beginnen sollte. Ich hörte einige Songs in Endlosschleife, und beim Video zu It’s A Sin wurde mir auf einmal bewusst, dass der Sänger dieser Pet Shop Boys doch irgendwie ganz passabel aussieht… ;-) Vorher war er mir eigentlich nur als Stimme bekannt gewesen (oder kostümiert, wie z.B. im Clip zu New York City Boy, oder visuell nicht sehr präsent, wie z.B. im Clip zu Se A Vida É). Alte, schöne Erinnerungen kamen auf – und zugleich war da auch etwas vollkommen Neues. Ich hatte das Gefühl, dass ich die Pet Shop Boys, die ich eigentlich „schon immer“ kannte und mochte, nicht nur wieder-, sondern vor allem auch ganz NEU entdecken würde. Mir wurde nach und nach klar, wie sehr ich sie in all den Jahren unterschätzt bzw. auch die (Vor-)Urteile anderer Leute im Kopf gehabt hatte.
Dabei begann doch eigentlich alles bereits 1993, als Go West rauskam, und ich mich beim ersten Hören dieses Songs gleich in Neil Tennants Stimme verliebt hatte. Ich weiß noch genau, wie ich mich im zarten Alter von 8 Jahren geärgert hatte, als Stefan Raab in seiner Sendung VIVASION mal über die Jungs gelästert hatte. *schmunzel* Dass ich davon getroffen war (und mich immer noch daran erinnern kann), zeigt, dass ich sie schon damals ins Herz geschlossen hatte. Drei Jahre später, im Sommer 1996, war ich von Se A Vida É begeistert gewesen. Ich meine, dass ich mir damals die Maxi-CD kaufen wollte, sie aber nicht gefunden hatte (war wahrscheinlich noch vor der Veröffentlichung gewesen). Einige Jahre später stand ich dann wieder im Media Markt und wollte mir ein BEST OF-Album der beiden holen, um sie besser kennenzulernen. Leider war zu diesem Zeitpunkt – irgendwann zwischen den Alben Nightlife (1999) und Release (2002) – die CD Pop Art – The Hits noch nicht draußen gewesen, und so stand ich da, längere Zeit, schaute mir die Alben an – ich weiß lustigerweise noch ganz genau, welche ich in der Hand hatte, und wie ich mich wunderte, warum auf diesem bunten Album mit dem ungewöhnlichen Namen Introspective nur sechs Lieder drauf waren ;-) – und entschied mich dann doch gegen einen Kauf, was ich inzwischen natürlich bereue. LEIDER hatte ich sie danach wieder aus den Augen verloren – bis zum besagten 11. Juli 2008.
Seitdem habe ich mich, wie allgemein bekannt sein dürfte, recht intensiv (exzessiv? ;-)) mit ihnen beschäftigt und unheimlich viel „nachgeholt“, so dass ich heute sagen kann: lieber spät als nie (= kleiner Trost). Ich bin unheimlich froh, sie für mich als Gesamtkunstwerk entdeckt zu haben. Was genau sie für mich ausmachen, werde ich bei Gelegenheit mal genauer beschreiben. Dass ich sie inzwischen sogar persönlich treffen und bisher dreimal live im Konzert erleben konnte, hätte ich mir im letzten Jahr jedenfalls noch gar nicht träumen lassen.