All you need is love!

Dank Frank (bzw. der verantwortlichen PR-Agentur) standen Alex, meine Kommilitonin Judith und ich auf der offiziellen Gästeliste für “All you need is LOVE”, der exklusiven Albumpräsentation der Beatles, die gestern Abend bundesweit Premiere feierte, und konnten somit kostenlos an dieser als einzigartiges Hörerlebnis der besonderen Art angepriesenen Veranstaltung teilhaben.

Mit nicht allzu großen Erwartungen - da “LOVE” ja im Prinzip nichts wirklich Neues, sondern vielmehr eine digital-überarbeitete experimentelle Collage von verschiedenen Beatles-Songs ist - gingen wir in den Zoo Palast, wo wir gleich mit Fanartikeln (darunter Poster, Aufkleber und putzige Schlafbrillen -> damit man sich ganz den Klängen der Musik hingeben kann und nicht von äußeren Einflussen gestört wird ;)) begrüßt wurden. Schnell noch am großen Beatles-Fan Contest (-> eigentlich nur ein kleines Quiz :P), dessen Hauptgewinn der Besuch des Musicals “LOVE” in Las Vegas (inkl. Flug und Übernachtung) ist, teilgenommen und dann ging’s auch schon los! Eine junge Frau mit Beatles-Shirt im Design von “LOVE” hieß uns willkommen, es wurde dunkel und die “Show” begann…

Zunächst dachte ich, es läge an meinem vielleicht schon leicht geschädigtem Gehör (*lach*), dass ich die Akustik als so miserabel empfand, doch Alex versicherte mir, dass diese in der Tat zu wünschen übrig ließ. ;) Schade! Das Ganze klang eher nach Kassettenrekorder als nach Dolby Surround. Dies führte dann schließlich dazu, dass man sich über die dilletantische grafische Untermalung ausließ, die eigentlich ganz vielversprechend als exklusives visual screening von “LSD” angekündigt wurde. Statt knalliger, psychedelischer Acid-Animationen sahen wir aber nur zarte, kaum variierende Farbspielchen, die leider gar nicht mit dem Rhythmus der Musik korrespondierten, sowie ab und an ein paar durchs Bild schleichende Herzchen und das Logo von “LOVE”. Nochmal schade! Wir waren uns einig: Das hätte man viel besser machen können! Gerade die späten Songs bieten doch so viele Inspirationsquellen; man denke z.B. nur mal an die Lyrics zu Lucy In The Sky With Diamonds (-> “tangerine trees and marmelade skies”, “a girl with kaleidoscope eyes”, “cellophane flowers of yellow and green”…) oder an Across The Universe (-> “images of broken light which dance before me like a million eyes”…), an I Am The Walrus und, und, und. Wie Alex sinngemäß sagte: Da hätte schon der Windows Media Player optisch Anspruchsvolleres geliefert! ;) Die Musik als solches konnte sich aber durchaus hören lassen, auch wenn sie natürlich erst einmal ziemlich ungewohnt klang. Es waren jedenfalls einige sehr schöne Sachen dabei, wie z.B. Within You Without You/Tomorrow Never Knows, Octopus’s Garden oder While My Guitar Gently Weeps.

Fazit: Bei guter, satter Akustik hätte die Musik einen viel mehr erreichen, mehr vereinnahmen können. Es war insgesamt ganz nett, aber - wie schon gesagt - man hätte es wesentlich besser machen können.

6 Antworten bis jetzt »

  1. 1

    German BEAT sagte,

    18/11/06 12:08 Uhr vormittags @ 12:08 Uhr vormittags

    Hi Nadja-Sabrina,

    erstmal mein Kompliment zu Deinem Blog. Es gefällt mir sehr gut, wie Du schreibst und vor allem Deine Fotos. Bin hin und wieder ganz gerne auf mindflow.

    Doch zum Thema, viele Grüße aus dem Metropolis am Escherheimer Turm. Ich habe das mit der Projektion gar nicht mal als störend empfunden. Die Veranstaltung war ja als Hörerlebnis deklariert. Somit sollte die LSD-Leinwandshow auf niedriger Drehzahl die Augen beschäftigen, damit sich das Gehirn nebst Ohren voll auf die Musik konzentrieren konnte. Videos hätten meines Erachtens nur davon abgelenkt.

    Wobei ich wieder besseren Wissens auch davon überzeugt bin, dass die Musikkompilation LOVE ihre volle Entfaltung erst mit den Bildern der Cirque de Soleil Vorstellung erfährt.

    Viele Grüße,
    Sven.

  2. 2

    Susi sagte,

    18/11/06 3:36 Uhr nachmittags @ 3:36 Uhr nachmittags

    Hey Nadja,
    schade,dass die Akkustik zu wünschen übrig ließ:(
    Was soll ich noch sagen? “All you need is love”

  3. 3

    NadSab sagte,

    18/11/06 4:44 Uhr nachmittags @ 4:44 Uhr nachmittags

    Ja, das mit der schlechten Akustik im Zoo Palast ist wirklich ärgerlich! In Frankfurt (danke für die “Metropolis-Grüße” aus der Heimat, Sven! ;) - das war, als ich noch in F wohnte, übrigens mein Stammkino) oder in Düsseldorf (ich denke da an Sebastians tollen Stimmungsbericht… :)) muss es wohl wesentlich besser gewesen sein, seufz. Bei uns führte das, wie erwähnt, dazu, dass man sich zwangsläufig mehr auf die Bilder konzentrierte, die - wie du schon sagst - das Hörerlebnis ja eigentlich nur unterstreichen und nicht dominieren sollten. Na ja, jetzt haben wir ja die CD/DVD und können uns unser eigenes Hörerlebnis zaubern! ;)

    Danke auch hier nochmal fürs Verlinken meines Berichts auf deiner Seite, Sven!

    Und, liebe Susi, ich ruf’ dich morgen an! :)

  4. 4

    Frank sagte,

    18/11/06 9:13 Uhr nachmittags @ 9:13 Uhr nachmittags

    Hi Nadja,

    das mit der Akustik (oder doch Akkustik?) :o) tut mir ja fast leid. Dann machte die Präsentation ja nicht mehr viel Sinn. Hm. Die EMI hat aber insgesamt einmal mehr bewiesen auf was für einem amateurhaften Level sie die größte Band aller Zeiten vermarktet. Schlafbrillen, Aufkleber und kleine Werbeposter. Manchmal macht es mich fassungslos, wie diese Stümper solche Gelegenheiten verbocken.

    Hoffentlich hattet Ihr trotzdem ein wenig Spaß.

    Grüße in die Hauptstadt,

    Frank

  5. 5

    German BEAT sagte,

    18/11/06 11:24 Uhr nachmittags @ 11:24 Uhr nachmittags

    Hi Frank,

    als alter BWLer bin ich der Überzeugung, dass die die Produkte der Beatles nicht besser vermarktet werden können. Die Verkaufszahlen scheinen angemessen hoch zu sein. Die Zielgruppe für die Veröffentlichungen sind bestens informiert. EMI braucht sich da nicht nach der Decke zu strecken. Spitzfindige Marketingstrategien sind da nicht notwendig. Es sei denn, man möchte eine weitere Poshy-CD an das Massenpublikum loswerden. “Love” sehe ich nicht unbedingt in diesem Segment. Ansonsten die ganze Pressemaschinerie ist bereits bestens angelaufen, kaum ein Organ, das etwas auf sich hält, wie Spiegel, Süddeutsche, Erdbeerfelder oder German BEAT*** hat dieses Release ausser acht gelassen.

    Wie ich Dich verstehe, könnte EMI, Apple und Consorten etwas mehr für die PR tun. Ich will jetzt nicht die Schlafbrillen und Luftballons kritisieren. Aber das “Hörerlebnis” hätte man gerne ein wenig mehr zelebrieren können. Der Eventcharakter fehlte, wobei ich ja schon sehr mit der Akustik zufrieden war und mich sogar dabei ertappte, dass ich meine Sitznachbarin (das war nicht meine Frau) böse anguckte als sie im Begriff war mitzusingen.

    Viele Grüße in die Hauptstadt der Deutschen und in die Hauptstadt des Beats (in deren Speckgürtel Du lebst),
    Sven.

  6. 6

    NadSab sagte,

    19/11/06 5:12 Uhr nachmittags @ 5:12 Uhr nachmittags

    Hallo Frank,

    ja, es war trotzdem ein schöner Abend. Wir hatten uns eben nur geärgert, dass technisch nicht alles rausgeholt wurde, was (hoffentlich) möglich war, und dass z.B. schon bei Hey Jude die Lichter wieder angingen… (Da waren anscheinend Amateure am Werk!*) Ansonsten wär’s perfekt gewesen. Judith hat sich übrigens gleich am Tag darauf die “LOVE” geholt.

    Lieben Gruß,
    Nadja

    (* Das hätten sie mal lieber mich machen lassen sollen! ;) - Hab’ nämlich einen Filmvorführschein.)

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